Deutsche Presseforschung Bremen

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Ein neues DFG-Projekt zur deutsch-jüdischen Presse

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird über eine Laufzeit von 36 Monaten und mit einem Volumen von insgesamt 356.664,-€ das an der Deutschen Presseforschung beheimatete Forschungsprojekt

„Bibliographisch-biographisches Handbuch der historischen deutsch-jüdischen Presse von ihrem Beginn (1755) bis zum Nationalsozialismus (1943) / Bibliographical-Hiographical Handbook of the Historical German-Jewish Press from its Beginnings (1755) to National Socialism (1943)”

fördern. Im Dezember 2016 wurde der von Prof. Dr. Michael Nagel eingereichte Antrag bewilligt.

Ziel des Projektes ist ein bibliographisches Handbuch der gesamten historischen deutsch-jüdischen Presse von der Haskala (1755) bis zum Nationalsozialismus (1943) mit Kommentaren zu jedem Titel und Kurzbiographien der involvierten Herausgeber und Journalisten. Aufgenommen werden alle Gattungen von Periodika, neben Zeitungen und Zeitschriften also auch Kalender, Almanache, Jahrbücher, Berichte von Institutionen u. Gesellschaften etc.

Die besondere Bedeutung der historischen deutsch-jüdischen Presse als einzigartig detailreiche Quelle insbesondere für die innerjüdische Perspektive der deutsch-jüdischen Geschichte seit der Haskala wird von der neueren Forschung bestätigt. Zudem stellt diese Presse selber einen wichtigen Faktor innerhalb der deutsch-jüdischen Geschichte dar. Seit längerer Zeit wird auf das Desiderat einer umfassenden und detaillierten Historiographie der deutsch-jüdischen Presse hingewiesen. Das bibliographisch-biographische Handbuch, Ergebnis des Forschungsprojektes, wird einerseits den systematischen Zugang zu dieser Presse insgesamt als Quelle herstellen, andererseits wird es die Basis bilden für eine solche Geschichte der deutsch-jüdischen Presse seit der Aufklärung. Es wird der Befassung mit der deutsch-jüdischen Geschichte neue Impulse geben.

Link zur Projektseite

Michael Nagel hält Vortrag an der hebräischen Universität Jerusalem

Auf Einladung des Franz Rosenzweig Minerva Research Center der Hebräischen Universität Jerusalem und des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung der Humboldt-Universität Berlin nahm Prof. Dr. Michael Nagel an dem Workshop „Die Zeitschrift ‚Die Kreatur’ (1926–1930) als Netzwerk und Diskursmedium / The Journal ‚Die Kreatur’ (1926–1930) as network and discourse“ teil. Der workshop fand am 10. u. 11.1.2017 an der Hebr. Universität Jerusalem statt; Prof. Nagel hielt dort den Vortrag „Die Kreatur (1926/27–1930) – eine deutsch-jüdische Zeitschrift?“

Tagungsankündigung

Mittwoch, 6. Juli, bis Freitag, 8. Juli 2016, Schloss Reckahn

„Volksaufklärung – Vom Fortwirken der Aufklärung im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum und im internationalen Vergleich“

Internationale Konferenz – gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Auf der internationalen Tagung wird das Weiterwirken der Aufklärung als Volksaufklärung im 19. Jahrhundert thematisiert. Dabei werden auf Grundlage neuer Forschungsergebnisse – insbesondere der 2015 abgeschlossenen Bibliographie zur deutschsprachigen Volksaufklärung – interdisziplinäre Zugänge von Historikern, Literaturwissen­schaftlern, Volkskundlern, Kommunikationswissenschaftlern, Theologen, Kirchenhistorikern sowie von Presse-, Buch-, Buchhandels, Bibliotheks-, Kultur- und Medizinhistorikern ins Gespräch gebracht. Für alle genannten Disziplinen sind die mit der Volksaufklärung verbundenen Prozesse der Wissensdiffusion und Informationsvermittlung, der Einwirkung auf die Mentalität der Aufklärungsadressaten und der Einbeziehung aller Bevölkerungsschichten in die gesellschaftlichen Debatten und die politische Willensbildung von erheblicher Bedeutung. Auf der Tagung präsentiert werden Erscheinungsformen der Volksaufklärung im deutschsprachigen, ost- und mitteleuropäischen, skandinavischen und französischsprachigen Raum, um so Motive und Ziele der Volkskaufklärung sowie deren Weiterführung und inhaltliche, regionale und konfessionelle Ausdifferenzierung herauszuarbeiten. Aspekte der populären Aufklärung in Medizin, dem Bibliothekswesen und der Erwachsenenbildung stehen ebenso im Mittelpunkt wie Fragen zur Massenpublizistik und Literatur.

Am Mittwochabend präsentieren Rosette Scherer-Peter und Matthias Peter (St. Gallen/Schweiz) das Erzähltheaterstück „Jakob und Heinrich Senn – Ein Zeitbild aus der Schweiz im 19. Jahrhundert“, welches die Volksaufklärung in der Schweiz des 19. Jahrhunderts thematisiert.

Das Tagungsprogramm können Sie hier einsehen. Eine Liste der Teilnehmer finden Sie hier.

Die Tagung wird veranstaltet von Prof. Dr. Holger Böning (Universität Bremen), Prof. Dr. Reinhart Siegert (Universität Freiburg), Prof. Dr. Hanno Schmitt (Universität Potsdam) und Prof. Dr. Iwan Michelangelo D´Aprile (Universität Potsdam) in Zusammenarbeit mit dem Rochow-Museum Reckahn und dem Research Center Sanssouci (RECS).

Artikel „Aufklärung fürs Volk“ im Weser-Kurier vom 24.06.2016 (S. 18-19)

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Pressemitteilung der Universität Bremen Nr. 090 / 11. April 2016 RO

„Der Prophet des Schreckens“: Ein jüdisches Leben in Deutschland

Bremer Historiker Holger Böning stellt Biographie über Julius Moses am 13. April 2016 in Berlin vor

Der Politiker und Arzt Dr. Julius Moses (1868-1942) kämpfte bereits im wilhelminischen Kaiserreich gegen den anwachsenden Antisemitismus in Deutschland. Er gab den Generalanzeiger für die Interessen des Judentums heraus und setzte sich unermüdlich gegen die Diskriminierung von Juden ein. Im proletarischen Berlin wurde Moses zum engagierten Volksarzt und zum wichtigsten Kritiker ärztlicher Menschenversuche. Von 1920 bis 1932 war Moses Reichstagsabgeordneter und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Er kümmerte sich um die sozialen Probleme der Arbeiterinnen und Arbeiter und setzte sich für Reformen im Gesundheitswesen und im Strafvollzug ein. Über das Leben und Wirken von Julius Moses hat der Bremer Historiker Professor Holger Böning, langjähriger Direktor des Instituts Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen, die Biografie „Volksarzt und Prophet des Schreckens“ erstellt. Am 13. April 2016 stellt er sein neues Werk im Berliner Reichstagsgebäude vor.

Schon früh warnte Moses vor den Plänen Adolf Hitlers. Er prophezeite bereits vor 1933 die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung und den staatlich organisierten Massenmord durch die Nationalsozialisten. 1942 wurde Julius Moses in Theresienstadt ermordet. Die Buchpräsentation findet auf Einladung der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin statt. Gemeinsam mit der Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Professorin Stefanie Schüler-Springorum, und Paul Nemitz, einem Enkel von Julius Moses, wird Holger Böning in der öffentlichen Veranstaltung der Frage nachgehen, welche Bedeutung die Ereignisse in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus für die Gegenwart haben.

Holger Böning präsentiert die Biographie von Julius Moses vor der SPD-Bundestagsfraktion. Mit freundlicher Genehmigung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die das Projekt gefördert hat.

„Medizin ohne Politik gibt es nicht“ – der Mediziner, Publizist und Politiker Julius Moses (1868-1942) hat dieses Diktum auch gelebt, wie die von Holger Böning nun vorgelegte Biographie verdeutlicht. Auf 400 Seiten entfaltet der Zeitungsforscher vom Institut für Deutsche Presseforschung der Universität Bremen das weit gespannte Wirken von Moses. Die persönliche Bekanntschaft, ja Freundschaft des Autors mit Kurt Nemitz, dem Sohn von Julius Moses, legte den Grundstein für diese Lebensbeschreibung.

Böning interessiert zunächst das intensive publizistische Wirken („Die jüdische Epoche“), von der Gründung des General-Anzeigers für die gesamten Interessen des Judentums (1902-1911), über die satirische Zeitung Schlemiel (1904-1906) bis zur Anthologie Hebräische Melodien (1907) des niedergelassenen Arztes.

Moses Verbundenheit mit der Sozialdemokratie und seine Rolle in der Gebärstreik-Debatte werden beleuchtet, ebenso die politische Radikalisierung infolge des Ersten Weltkriegs, als Moses der USPD beitritt. Von 1920 bis 1932 gehört Moses dem Reichstag und dem Parteivorstand der SPD an. Der geachtete Parlamentarier „versteht es, aus der praktischen Anschauung politische Forderungen zu entwickeln“, wie sein Biograph schreibt. Ob Bergarbeiter oder streikende Ärzte, „Moses findet unverbrauchte Worte, fern von jedem Politikkauderwelsch“. Beeindruckend ist seine Tätigkeit als Vorsitzender des Reichsbegnadigungsausschusses und sein Eintreten für die Reform des Strafvollzugs sowie für die ärztliche Versorgung von Strafgefangenen. Bemerkenswert ist nicht nur seine Sammlung parlamentarischer Redeblüten, auch das eigene politische Wirken gießt er in Knittelverse: „Der ‚gelehrte‘ Reichstag. Ein neues Lied für artige Reichstagskinder“ mündet in die Zeilen: „Der Eine schlief, der Letzte lief,/Wohin in Leibesnot,/Und als man Doktor Moses rief,/Da war der Reichstag – tot.“

Antisemitische Hetze kennt Moses nur zu gut, früh warnt er vor dem Nationalsozialismus und prangert die Experimentierfreude von Standeskollegen im Geiste eines weit verbreiteten Herrenmenschentums an. „Aus Kindern werden Briefe“, schreibt er, als ein Sohn emigrieren muss. Die radikaler werdende Ausgrenzung erfasst die berufliche und schließlich die materielle Existenz, die Trennung von Moses‘ nichtjüdischer Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Sohn wird unausweichlich. „Jahre des Terrors und zunehmender Einsamkeit“ folgen – von Moses hellsichtig analysiert. Im September 1942 findet der „Volksarzt und Prophet des Schreckens“ in Theresienstadt den Tod.

Julius Moses in seinem starken sozialmedizinischen, seinem publizistischen wie in seinem politischen Engagement zeigt das vorliegende anschaulich geschriebene Buch anhand zahlreicher Quellen. Es ermöglicht die zeithistorische Einordnung eines bemerkenswerten jüdischen Lebens in Deutschland. Julius Moses hat oft gesagt: „Nur ein guter Mensch kann ein guter Arzt sein.“ Holger Bönings Buch zeigt, wie sehr diese Charakterisierung auf Moses selbst zutraf.

Link zur ZEIT-Stiftung

Fuggerzeitungen-Datenbank der Universität Wien geht online

Die Fuggerzeitungen-Datenbank der Universität Wien ist seit Ende Januar online erreichbar. Der Begriff »Fuggerzeitungen« erscheint häufig in Studien zur Medien- und Kommunikationsgeschichte und wird in der deutschsprachigen Forschung vielfach synonym für handschriftliche Zeitungen des 16. Jahrhunderts allgemein verwendet. Im engeren Sinn versteht man unter »Fuggerzeitungen« jedoch einen Bestand an handschriftlichen Zeitungen, den die Brüder Octavian Secundus (1549-1600) und Philipp Eduard Fugger (1546-1618) zusammengestellt haben. Bei den Zeitungen selbst handelt es sich um Berichte aus verschiedenen Absendeorten in Europa, aber auch aus Amerika, Nordafrika und Asien.

Die Erschließung und Bearbeitung des Bestandes der Wiener Fuggerzeitungen erfolgte im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten Projektes unter Leitung von PD Dr. Katrin Keller im Zeitraum zwischen März 2011 und Februar 2015. Organisatorisch getragen und unterstützt wurde das Vorhaben vom Institut für österreichische Geschichtsforschung Wien in Zusammenarbeit mit der Sammlung von Handschriften und alten Drucken der Österreichischen Nationalbibliothek.

Beitrag im Weser-Kurier zum Projekt „Die wissenschaftliche Professionalisierung des Kalenderwesens im 17. Jahrhundert im Kontext der Frühaufklärung“

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Weser-Kurier vom 5. Dezember 2014

Eröffnung der Ausstellung „Bremen & seine Presse im Ersten Weltkrieg“ am 13. Juli 2014

Am 13. Juli 2014 eröffnet die Ausstellung „Bremen & seine Presse im Ersten Weltkrieg“. In der Bremischen Bürgerschaft zeigen 15 Stationen das öffentliche Leben in Bremen von Beginn des Ersten Weltkrieges Anfang August 1914 bis zum Waffenstillstand im November 1918. Die Hansestadt war weit entfernt von den Fronten des Krieges. Und doch war er auch hier allgegenwärtig.

Wie veränderte er die Stadt? Welche Rolle spielte die lokale Presse für die „Heimatfront“ Bremen? Was sagt die Presse uns heute über den damaligen Alltag der Bevölkerung?

Diesen Fragen geht die Ausstellung nach, an der das Institut Deutsche Presseforschung maßgeblich beteiligt ist. Zusammen mit dem Projekt „Aus den Akten auf die Bühne“ erarbeitete das Institut die Inhalte der Ausstellung. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Dr. Eva Schöck-Quinteros („Aus den Akten auf die Bühne“) und Prof. Dr. Michael Nagel, der die Ausstellung überdies kuratiert.

„Bremen & seine Presse im Ersten Weltkrieg“ wird vom 13. Juli bis zum 19. September 2014 in der Bremischen Bürgerschaft ausgestellt, der Eintritt ist frei. Begleitend erscheint der Band „Erster Weltkrieg und Bremer Presse“ von Prof. Dr. Michael Nagel und Prof. Dr. Holger Böning in der edition lumière.

Veranstalter: Institut Deutsche Presseforschung; Aus den Akten auf die Bühne; Staats- und Universitaetsbibliothek Bremen; Bremische Bürgerschaft.

Förderer: ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius; Hans-Böckler-Stiftung; Hapag-Lloyd; Hellmann Worldwide Logistics; Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

Kontakt: nagel@uni-bremen.de

Biobibliographisches Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750

Ziel des Projekts ist die Herstellung eines Handbuchs der Kalendermacher von 1550 bis 1750. Darin sollen biographische Skizzen zu rund 550 Personen des deutschsprachigen Kulturraumes enthalten sein, die in der Frühen Neuzeit als Verfasser der großen Schreibkalender (Jahreskalender in Quart) in Erscheinung traten (falls diese auch Kalender in anderen Formaten verfaßt haben, werden diese Kalender mit der Formatangabe ausgewiesen). Ein solches Überblickswerk gibt es trotz zahlreicher Publikationen zum Kalenderwesen noch nicht, ist aber eine unverzichtbare Voraussetzung für eine auch sozialgeschichtlich orientierte Erforschung des Kalenderwesens. Mit einem derartigen Handbuch soll die Grundlage dafür geschaffen werden, daß der für die historische Forschung bedeutsamen Frage nach den biographischen, literarischen und verlegerischen Verflechtungen dieser Gruppe von Publizisten mit anderen Gruppen, zum Beispiel den Gelehrten an Universitäten und Akademien, den Schriftstellern und Dichtern, den Herausgebern von Zeitungen und Zeitschriften, den Druckern und Verlegern sowie den politischen Entscheidungsträgern in den Räten der Städte und an den Fürstenhöfen zufriedenstellend nachgegangen werden kann.

Das Handbuch der Kalendermacher soll parallel als Online-Version auf der Internetseite des Instituts Deutsche Presseforschung der Universität Bremen sowie als Druck-Version in traditioneller Buchform präsentiert werden. Mit dieser Doppelpublikation sollen die Vorteile beider Versionen miteinander kombiniert werden – die weltweite Verfügbarkeit ohne zeitliche Beschränkung und Vernetzbarkeit zu anderen Quellen im Internet mit der leserfreundlichen Handlichkeit und Beständigkeit eines Buches. Das Projekt wird seit dem 1. April 2014 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

Link zur Projektseite

Presse und Antisemitismus zur Zeit der Weimarer Republik 1918-1933

Projekt von Dr. Stephanie Seul wird von der Universität Bremen aus Mitteln der Exzellenzinitiative (Förderlinie M8 Postdoc-Initiative Plus) gefördert

Das Vorhaben ist eine Ergänzung zum laufenden Forschungsprojekt von Stephanie Seul, welches die Presseberichterstattung und öffentliche Meinungsbildung zum Antisemitismus in der Weimarer Republik in Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und den USA rekonstruiert und vergleicht und mögliche Ursachen für seine unterschiedliche Wahrnehmung untersucht. Da ausländische Zeitungen in starkem Maße die deutsche Presse und die darin veröffentlichte Haltung der Deutschen zu Juden und Antisemitismus rezipierten, ist die Kenntnis der deutschen Pressediskurse grundlegend für dieses Projekt.

Auch wenn das Themengebiet Presse und Antisemitismus in der Weimarer Republik bereits ansatzweise erschlossen ist, so bleibt eine Gesamtschau zum Verhältnis von Presse und Antisemitismus in der Weimarer Republik ein Forschungsdesiderat. Das geplante Vorhaben wird daher Grundlagenforschung zur deutschen Pressegeschichte der Weimarer Republik einerseits sowie zur Geschichte des Antisemitismus dieser Zeit andererseits leisten.

Mit den Fördermitteln (€ 9.986,00) soll unter anderem der Forschungsstand zum Verhältnis von deutscher Presse und Antisemitismus in einem Literaturbericht aufgearbeitet und eine kommentierte Bibliographie erstellt werden. Außerdem ist beabsichtigt, auf der Homepage des Instituts Deutsche Presseforschung eine Projektseite mit Links zu digitalisierten deutschen und ausländischen Zeitungen aus den Jahren 1918-33 einzurichten, die zu einem digitalen Stützpunkt für Forschungen zum Zusammenhang von Presse und Antisemitismus, auch in vergleichender und transnationaler Perspektive, avancieren soll.

(Projektbeginn: Juli 2014)

Kontakt: sseul@uni-bremen.de

Dr. Stephanie Seul als Gastwissenschaftlerin in Trient/Italien

Von Mitte März bis Ende Juni 2014 ist Dr. Stephanie Seul Gast am Dipartimento di Lettere e Filosofia der Universität Trient/Italien. In dieser Zeit hält sie u.a. Vorträge zur deutsch-jüdischen Presse während des Ersten Weltkriegs in der Fakultät in Trient sowie auf Konferenzen in Chester und London.

Weitere Informationen

Bremen und seine Presse im Ersten Weltkrieg, 13.7.-15.9.2014, Foyer der Bürgerschaft, Bremen

Ein Ausstellung der bremischen Bürgerschaft in Kooperation mit dem Institut „Deutsche Presseforschung“ der Universität Bremen und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.

1. Anliegen, Adressaten / Zielgruppe und Inhalte der Ausstellung

Zum hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, dieser „Urkatastophe des 20. Jahrhunderts“, soll, vor allem anhand der vielfältigen lokalen Presse dieser Zeit, rekonstruiert werden,

– wie die mehr als vier Jahre dieses ersten Totalen Krieges den Alltag der Bürger in der Hansestadt veränderten,

– wie sich der Krieg auf das öffentliche und politische Leben Bremens auswirkte,

– wie das Geschehen an den Fronten in Bremen wahrgenommen und gewertet wurde,

– wie der Krieg die bis 1914 blühende Presselandschaft der Hansestadt – 5 Zeitungen, zahlreiche Zeitschriften – veränderte,

– wie die Presse sich, nach dem Abklingen der ersten Kriegsbegeisterung, zur Fortführung des Krieges äußerte,

– wie sie einerseits ihren Beitrag zur Stabilisierung der „Heimatfront“ leistete, und

– wie sich andererseits, trotz der Zensur, auch kritische Stimmen bemerkbar machten

Die Ausstellung richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. Das Grundwissen zum Ersten Weltkrieg wird in einem einführenden Abschnitt vermittelt. Die weiteren Abschnitte (s.u.) laden das Publikum zu einer orts- und pressegeschichtlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Krieg“ ein – einem Thema, das heute, über seine mediale Darstellung, fast alltäglich und dabei doch fernab erscheint. Die Ausstellung möchte ihre Besucher nah an das Geschehen heranführen. Dies geschieht über den lokalen Bezug, über wiedererkennbare Orte und Namen; vor allem geschieht es über die hier präsentierte und kommentierte historische Presse, die das Publikum, wie ihre Leser hundert Jahren zuvor, zu Augen- und Ohrenzeugen der Kriegszeit in Bremen werden lässt. Nun lässt sich aus der historischen Presse alleine kein getreues Abbild der damaligen Wirklichkeit gewinnen. Propagande für den Krieg auf der einen Seite – auf der anderen Seite Ernüchterung und Friedenssehnsucht: Vor allem zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die Darstellungen und Deutungen der lokalen Zeitungen und Zeitschriften. Um die Rolle der Presse besser verstehen zu können, werden weitere Dokumente herangezogen: Zeitgenössische Korrespondenzen vor allem zu den Themenbereichen „Krieg“ und „Alltagsleben“, Feldpostbriefe und -karten (die, zumal am Anfang des Krieges, zahlreich auch in der Presse abgedruckt wurden), Tagebuchaufzeichnungen, stadtgeschichtlich und militärgeschichtlich relevante Fotos, Propaganda-Plakate zum Krieg, zeitgenössische Ansprachen, Predigten etc., evtl. auch Polizeiberichte (zur Stimmungslage der Bevölkerung insgesamt, zu Reaktionen auf die Notlage, zu den Werftarbeiter-Streiks etc.) und dokumentierte Zensurvorgänge. Die Ausstellung wird durch ein Begleitprogramm ergänzt, das sich thematisch ebenfalls auf den Ersten Weltkrieg / Bremen im Ersten Weltkrieg bezieht: Vorträge, Lesungen, szenische Darstellungen, musikalische Veranstaltungen.

Kontakt: nagel@uni-bremen.de

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